Studieren seit über 500 Jahren: Die Uni Tübingen

Junge Menschen, die in Rottenburg zu Hause sind und nach dem Abitur ein Studium beginnen wollen, zieht es nicht selten nach Tübingen. Die Stadt ist nicht nur wunderschön anzusehen und bietet eine Menge an Kultur, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, hier gibt es auch eine alteingesessene Universität, die heute enorm beliebt ist und auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. 

Mit vier Fakultäten fing alles an

Denn die Uni in Tübingen zählt zu den ältesten Institutionen in ganz Europa. Schon 1477 wurde sie von Graf Eberhard im Bart mit Erlaubnis des Papstes gegründet. Bereits von Anfang an besaß die Universität das Motto, das sie bis heute prägt: “Attempto!” (Ich wage es!). Schon im Jahr der Gründung wurde auch der Lehr- und Lernbetrieb mit 308 immatrikulierten Studierenden aufgenommen; in den vier Fakultäten, die von Beginn an integriert waren: Theologie, Jura, Medizin und Philosophie mit insgesamt 15 Professuren. Der heutige Name – Eberhard Karls Universität – leitet sich einerseits vom Gründer Graf Eberhard und andererseits vom Herzog Karl Eugen von Württemberg ab, der seit 1767 bis 1793 als Rektor tätig war und seinen Namen in der Bezeichnung der Uni ergänzte. 

Nach und nach wurden die Räumlichkeiten erweitert und das Angebot an Fakultäten ergänzt. Besonders stolz ist man in Tübingen darauf, dass man 1863 die erste Fakultät in den Naturwissenschaften an einer deutschen Universität gegründet hat. 2010 wurden schließlich die Groß-Fakultäten in der Form gegründet, wie sie heute bekannt sind. Danach konnte Tübingen nochmals ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen, als 2011 das erste Zentrum für islamische Theologie in Deutschland gegründet wurde. 

Berühmte Studierende im Laufe der Geschichte

In den 500 Jahren ihrer Existenz hat die Universität schon viele berühmte Schüler gehabt. Einige nennenswerte Studierende, die den Geist der Uni noch heute beflügeln, sind sicherlich Johannes Kepler, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Johann Christian Friedrich Hölderlin, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (die von 1790-1793 gleichzeitig zu dritt in Tübingen studierten), Eduard Friedrich Mörike, Alois Alzheimer, Ernst Bloch, Walter Jens oder Joseph Ratzinger. 

Der Weg in die Zukunft

Doch trotz dieser eindrucksvollen Historie muss auch die Zukunft anvisiert werden. In Tübingen ist man dabei auf dem richtigen Weg, denn schon seit sieben Jahren beteiligt man sich hier an Exzellenz-Wettbewerben und Projekten für zukünftige Forschungsfelder. Unter anderem wurde 2012 das Zukunftskonzept “Research – Relevance – Responsibility” erstellt, und 2016 entstand die Kooperation “Cyber Valley” mit dem Forschungsschwerpunkt Künstliche Intelligenz. Im Jahr 2018 konnten zudem drei neue Exzellenz-Bereiche integriert werden: für Krebsforschung, Infektionsforschung und Maschinelles Lernen. Die Universität Tübingen ist damit gut gerüstet auf ihrem Weg aus der 500 Jahre alten Tradition bis hin zum Lehren und Lernen der Zukunft. Und man möchte der Uni eigentlich nur zu gern wünschen, dass sie auch ein weiteres halbes Jahrtausend hinter sich lassen kann.